Was Coco Chanel und erfolgreiche Unternehmer gemeinsam haben – und was das mit deiner Marke zu tun hat

Von Svenja Fischer | TheBrandOffice

 

Coco Chanel hat mit Hüten angefangen.

Nicht mit dem kleinen Schwarzen. Nicht mit dem Tweed-Kostüm. Nicht mit dem Parfüm, das bis heute ihren Namen trägt. Sondern mit Hüten – einfachen, schmucklosen, praktischen Hüten. Zu einer Zeit, in der Frauenhüte mit Federn, Blumen und Bändern dekoriert waren, die so schwer waren, dass man kaum den Kopf heben konnte. Chanel hat das weggelassen. Nicht weil sie wusste, dass es ein Trend werden würde. Sondern weil es zu ihr passte. Weil sie so war – direkt, praktisch, ohne überflüssigen Schmuck.

Das ist der Moment, den die meisten übersehen, wenn sie über Chanel sprechen.
Sie hat keine Marke erfunden. Sie hat sich selbst gezeigt.

 

Bekanntheit entsteht nicht durch das, was du tust. Sondern durch das, wer du bist.

Ich arbeite seit 25 Jahren mit Unternehmern und Führungskräften. Und ich erlebe immer wieder dasselbe: Menschen, die gut sind in dem, was sie tun – exzellent sogar – aber trotzdem nicht gefunden werden. Nicht weiterempfohlen werden. Nicht den Preis bekommen, den sie verdienen.

Das liegt fast nie an der Qualität ihrer Arbeit. Es liegt daran, dass niemand weiß, wer sie wirklich sind.
Nicht was sie anbieten.
Wer sie sind.

Chanel, Lagerfeld, Versace, Steve Jobs, Richard Branson – sie alle haben eines gemeinsam. Nicht Talent. Nicht Budget. Nicht das richtige Timing.

Sie haben aufgehört, jemand anderen zu spielen.

 

6.000 Modedesigner. Und du kennst drei davon.

Laut dem Fashion Council Germany haben in Deutschland allein im Jahr 2021 über 6.000 Menschen Modedesign studiert. Wie viele davon kennst du?

Das ist keine rhetorische Frage. Es ist die wichtigste Frage, die du dir über dein eigenes Business stellen kannst.

Denn in deiner Branche sieht es nicht anders aus. Hunderte, vielleicht tausende Menschen bieten dasselbe an wie du. Dieselbe Dienstleistung, dasselbe Produkt, dieselbe Qualität – und meistens auch dieselbe Sprache, dieselben Bilder, dieselben Versprechen.
Die meisten bleiben unsichtbar.
Nicht weil sie schlechter sind.
Sondern weil sie klingen wie alle anderen.

Und die, die man kennt?
Die haben irgendwann aufgehört, die Schablone zu benutzen.

 

 

Die gefährliche Verwechslung

Viele Unternehmer denken: Wenn ich zeige, was ich kann, werde ich gefunden.

Das stimmt – aber nur halb.

Was du kannst, ist leicht zu kopieren. Was du bist, ist es nicht.

Chanel konnte nicht kopiert werden – nicht weil ihr Design so einzigartig war, sondern weil sie so einzigartig war. Der Stil kam aus ihr heraus. Er war keine Strategie. Er war sie.

Das ist der Unterschied zwischen einer Marke, die wirkt, und einer Marke, die funktioniert.

Eine Marke, die funktioniert, macht das Richtige.
Sie hat ein ordentliches Logo, eine professionelle Website, die richtigen Keywords.
Sie sieht aus wie eine Marke.

Eine Marke, die wirkt, lässt jemanden innehalten.
Sie hinterlässt ein Gefühl.
Man erinnert sich an sie – nicht weil sie laut war, sondern weil sie unverwechselbar war.

Und Unverwechselbarkeit entsteht immer von innen.

 

 

Was das mit dir zu tun hat

Ich mache mit neuen Kunden immer einen ersten Realitätscheck. Ich bitte sie, alles zusammenzutragen, was sie nach außen zeigen: die Website, die Fotos, die Texte, die Visitenkarte, den Flyer, die Social-Media-Profile. Und dann bitte ich sie, das Ganze mit den Augen eines Fremden anzuschauen.

  • Was siehst du?
  • Was drücken die Fotos aus?
  • Wie wirken die Farben?
  • Ist die Sprache lebendig oder informativ?
  • Und – die entscheidende Frage – wenn du dich oder dein Unternehmen nicht kennen würdest: Würdest du kaufen?

Die meisten sagen danach: „Ach krass. Das war mir gar nicht bewusst."
Nicht weil sie schlecht gearbeitet haben. Sondern weil sie sich selbst noch nie wirklich von außen angeschaut haben.

Und genau da beginnt die Arbeit.

Nicht mit der Kampagne.
Nicht mit dem neuen Logo.
Nicht mit dem Werbebudget.

Sondern mit der Frage: Wer bist du eigentlich wirklich – und zeigst du das auch?

 

 

Der erste Schritt

Chanel hat nicht begonnen, indem sie eine Marke entwickelt hat.
Sie hat begonnen, indem sie Hüte gemacht hat, die zu ihr passten.

Das ist alles.
Und das ist genug.

Wenn du wissen möchtest, wie dein Auftritt wirklich wirkt – und ob er zu dir passt – dann ist der Realitätscheck der richtige erste Schritt.
In 90 Minuten schauen wir gemeinsam auf alles, was du nach außen zeigst.

Ehrlich.
Ohne Schönfärberei.
Mit dem Blick einer Fremden, die weiß, worauf es ankommt.

Über die Autorin

Svenja Fischer ist Inhaberin von TheBrandOffice und arbeitet seit 25 Jahren mit Unternehmern und Führungskräften, die gut sind in dem, was sie tun – aber das Gefühl haben, dass ihre Außenwirkung nicht zu ihrer inneren Substanz passt. Mit dem DEEP-Modell legt sie frei, wer Menschen wirklich sind – und hilft ihnen, das so zu zeigen, dass die richtigen Menschen sofort verstehen, warum sie die richtige Wahl sind.

Zurück zur Newsübersicht